Themen und Aktivitäten

Ein großer Teil meiner Arbeit findet außerhalb der beauftragten Projektbearbeitung statt. Ich sehe Stadtplanung nicht nur als Broterwerb, sondern widme mich ebenso intensiv und begeistert unbezahlten, freiwilligen Aktivitäten und Engagements. Stadtplanung ist für mich Beruf und gleichsam "Hobby".

Nachfolgend stelle ich einige Themenfelder aus meinem persönlichen Engagement für Stadt und Stadtkultur vor.

Alternative Wohnmodelle begleiten

Von der Standortsuche und –recherche über die Klärung der bau- und planungsrechtlichen Möglichkeiten bis zur Begleitung bei der baulichen Umsetzung.

Schon seit langem gibt es Bestrebungen, Wohn- und Lebensformen zu entwickeln und umzusetzen, die sich von den konventionellen Mustern im Wohnungs- und Städtebau abheben. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei vor allem die Umsetzung gemein-schaftlicher, solidarischer Strukturen bei der Planung und späteren Nutzung, die Suche nach geeigneten ökologischen, nachhaltigen und ressourcensparenden Bau-weisen und Techniken sowie die Realisierungsmöglichkeiten auch bei begrenzten finanziellen Spielräumen.

 

Eine erste Herausforderung bei der Umsetzung derartiger Konzepte ist meist, die unterschiedlichen Ansprüche, Erwartungen und Möglichkeiten der Beteiligten unter einen Hut (oder besser: unter ein Dach) zu bringen. Im nächsten Schritt gilt es, den richtigen Ort zu finden. Und schließlich das optimale Gesamtkonzept zu schneidern.

Ich biete in allen diesen Phasen meine Unterstützung und Beratung an. Art und Umfang der Leistungen können dabei frei gestaltet werden. Von der unverbind-lichen Beratung und Hilfe ohne förmliche Beauftragungen bis hin z.B. zur Durchführung von erforderlichen Bebauungsplanverfahren. Es geht mir dabei viel mehr um die Sache als um den Auftrag.

Das Engagement in diesem Aufgabengebiet geht bereits zurück auf meine ersten beruflichen Gehversuche im Bereich der Stadtplanung, die ich in den 1980er Jahren für den Sanierungsträger STATTBAU in der Betreuung besetzter Häuser in Berlin-Kreuzberg machte. Mit der Wende nach 1990 kam das Engagement für alternative Wohnprojekte im Ostteil Berlins und in den neuen Ländern hinzu und in den vergangenen Jahren die Beschäftigung mit neuen, ökologischen und innovativen Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekten im Umland Berlins.

Engagement und Leidenschaft: Eberswalde 
Die räumlichen Schwerpunkte meiner Tätigkeit lagen bis in 2010er Jahre hinein im Wesentlichen in Berlin. Berlin war auch annähernd 30 Jahre mein Zuhause.
 
Angesichts der wachsenden Enge in der Stadt, der steigenden Lebens- und Wohn-kosten und der kaum noch lösbaren Konflikte zwischen Wachstum und Schutz von Freiräumen in der Stadt habe ich mich jedoch seit einigen Jahren vermehrt mit der Frage beschäftigt, wie die großen Potenziale im Umland der Stadt in sozial, ökologisch und kulturell angemessener und nachhaltiger Weise erschlossen werden können - auch um Druck aus dem Kessel Berlin zu nehmen und gleichzeitig eine langfristige Perspektive für die schrumpfenden Städte in der Region aufzuzeigen.
Mein besonderes Interesse weckte dabei die Kreisstadt Eberswalde.
Die Stadt hat zwischen 1980 und 2010 gut ein Viertel seiner Einwohner verloren. Zwar entwickelt die Stadt sich bereits seit einigen Jahren sehr positiv. Die Einwohnerzahl steigt wieder. In der schönen, von gut erhaltenen gründerzeit-lichen Miethäusern und Villen geprägten westlichen Innenstadt wird eifrig  saniert und lange leerstehende Läden und Lokale werden mit einem Leben erfüllt. Aber vieles steht noch leer und wartet auf neue Bestimmungen. Wo in Berlin Bauen viel zu oft zwangsläufig mit Verdrängung verbunden ist, weil es schlicht zu wenig Platz in der Stadt gibt, gibt es hier viel Potenzial, das konfliktfrei entwickelt werden kann: Baulücken, unpassende Behelfsbauten mitten in der Altstadt, leerstehende Plattenbauten, verfallene Industrieanlagen, gut erschlossene Gewerbebrachen. 
 
Eberswalde ist längst kein Geheimtipp mehr. Mit der großartigen Hochschule für nachhaltige Entwicklung mit ihren über 2.000 Studierenden, den vielfältigen Initiativen, den zahlreichen ökologischen, sozialen und kreativen Projekten in der Stadt und der Umgebung passiert hier bereits sehr viel und es sieht bereits so aus, dass den Risiken der Gentrifizierung hier ebenso Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, wie denen des baulichen Verfalls.
In jedem Fall ist die Stadt ein großartiges Aufgabenfeld für eine engagierte Stadtplanung. Ich werde mich hier weiter mit Liebe für diese Stadt einbringen.
Im Jahr 2016 verlegte ich vor diesem Hintergrund auch meinen eigenen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Eberswalde. Die Entscheidung habe ich nicht bereut...
Stadtgeschichte und Stadtbild sichtbar machen
Um zu verstehen, wieso Städte so sind, wie man sie heute erlebt, ist es auch wichtig, ihre Geschichte zu kennen. Die Biografie eines Ortes prägt das Bild der Stadt, manchmal ganz offensichtlich, mitunter unterschwellig, aber doch wahrnehmbar. Aus der Geschichte eines Ortes lassen sich Potenziale ablesen, Identitäten herausbilden und neue Qualitäten schaffen.
Um die historischen Entwicklungsschichten von Städten zu zeigen, habe ich analytische Darstellungsformen entwickelt und diese auf verschiedene Städte übertragen (Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm). Die einheitliche Plangrafik und die Fokussierung auf unterschiedlichen Themenebenen (Grünstrukturen, Wasser in der Stadt, Baualter, Raumstrukturen) eröffnen eine interessante vergleichende Sicht auf verschiedene Städte, aus der sich Probleme, Chancen und besondere lokale Qualitäten sehr deutlich ablesen lassen.  

Veröffentlichungen
Zahlreiche Projekte und Gutachten, an denen ich mitgewirkt habe, wurden durch die jeweiligen Auftraggeber veröffentlicht. 
 
Eine erste Broschüre, an der ich als Co-Autor mitgearbeitet hatte war der Katalog zur Ausstellung "City-Projekte", der im Oktober 1993 von der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen herausgegeben wurde.  

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